Der Mini Tivoli wird in mehreren Baustufen erstellt. Diese laufen teils chronologisch, teils nebeneinander ab. 
Baustufe I Die Sitzplatztribüne Es geht los mit der Sitztribüne. Für die Ränge werden Buchenholzleisten verwendet, die auf eine Presspanplatte geleimt werden. Die Rückwand besteht aus 2 mm Sperrholz, während die Stützkonstruktion aus 3 mm Rundholzstäben und Holzleisten nachgebaut wird.
Für Details wie Sprecherkabinen, Mauerarkaden, Fensterrahmen oder Banden werden Polystyren-Platten in verschiedenen Stärken verwendet. Diese lassen sich leicht schneiden, formen und verkleben. Die Fensterpartien an den Tribünenseiten sind aus transparentem PVC zurechtgeschnitten, auf das Polystyrenprofile aufgeklebt werden. Für die Bemalung habe ich vorwiegend Humbrol- und Revellfarben mit der Airbrush aufgetragen. Etwas kniffelig ist der Einbau und die Verkabelung der Tribünenbeleuchtung. Hierfür werden 3mm LED-Dioden eingebaut. Damit es keinen störenden Kabelsalat gibt, wurden die Leitungen mit Leitlack auf die Tribünenwand "aufgestrichen" und danach übermalt. Die Bandenwerbung wurde am Zeichenprogramm nachgestellt und in Fotoqualität auf Karton ausgedruckt. Das Dach schließlich besteht aus 1mm Vierkantleisten und Wellkarton aus dem Architekturgeschäft. nach oben · Zur Baudokumentation »
Baustufe II Der Würselener Wall Nun geht es an das größte Bauteil des Mini Tivoli, den Würselener Wall, von den Alemannen kurz "WüWa" genannt. Die runden Seitenteile werden aus Moosgummi gschnitten, einem Material, das sich sehr leicht schneiden lässt und dennoch stabil ist. Die Rundungen werden später auch die Sockel für das Flutlicht aufnehmen, weshalb die entsprechenden Löcher gleich ausgespart werden. Die Gerade besteht wie auch die Haupttribüne aus Buchenholz.
Das Besondere: Im WüWa wird ein Soundmodul untergebracht. So können später vom WüWa aus verschiedene Fan- und Wechselgesänge aktiviert werden. An der Südseite des WüWa befindet sich auch der Ausgang des Spielertunnels. Dieser wird aus Polystyren hergestellt und nach oben stilecht mit Metallzäunen gesichert. Die Zäune stammen aus der Modellbahn-Grabbelkiste, Banden und Bandenwerbung werden wie schon bei der Haupttribüne angefertigt. Am Ende wird der Stehwall dunkelgrau grundiert und mit der Airbrush hellgrau überpritzt. nach oben · Zur Baudokumentation »
Baustufe III Der Aachener Wall Die gegenüberliegende Seite, der Aachener Wall, ist vom Prinzip her so wie der Würselener Wall gebaut, nur etwas niedriger. Die Bauweise mit Moosgummi für die Rundungen und Buchenholz für die Gerade ist weitgehend gleich. Unter dem Aachener Wall wird es auch ein Soundmodul geben, und zwar mit Alemannia-Schlachtrufen und Gesängen der Gästefans, die hier normalerweise stehen.
Der Clou am Aachener Wall ist die Video-Wand. Für den Nachbau kommt ein 1,8 Zoll kleiner LCD-Videomonitor zum Einsatz. Dieser wird in einen Polystyren-Kasten eingepasst, der mit den originalgetreuen Farben und Motiven versehen wird. Später lassen sich über diese Video-Wand die gleichen Clips einspielen, die auch am echten Tivoli zum Einsatz kommen. nach oben
Baustufe IV Die überdachte Stehtribüne Hier stehen beim Original die Stimungsmacher. Der Nachbau wird, ähnlich wie bei der Haupttribüne, mit Buchenholz und Polystyren vonstatten gehen. Unter der "Überdachten" verläuft auch das Marathontor, weshalb hier für den Nachbau 2 mm Polystyrenplatten-Platten zum Einsatz kommen.
Etwas aufwändiger ist beim S-Block die Elektronik: Neben dem Soundmodul wird es hier ein rotes Flackerlicht geben, das, verbunden mit einem Rauchgenerator Pyro-Effekte simulieren wird (natürlich nur die erlaubten Exemplare :-)). Es werden an verschiedenen Stellen Löcher vorgebohrt, in die rote LEDs eingepaßt werden, ein Chip steuert das Flackern. Diese Mini-Lichtcomputer erhält man im Modellbahngeschäft, wo sie zur Simulation von Bränden oder Schweißlicht verwendet werden. Dazu wird an den entsprechenden Stellen Rauch aus einem Rauchgenerator aufsteigen, wie er für Modellbahn-Loks verwendet wird. Das Tribünendach wird weitgehend wie bei der Haupttribüne gefertigt, die Tribünenbeleuchtung aus LED´s wird hier unter den Sparren befestigt. Polystyren-Platten dienen als Basis für Details wie die TV-Übertragungsplattform. Nun werden die Ränge steingrau gebrusht und die Schutzzäune mit dünnmaschigem Metallgeflecht nachgebaut. Am Ende werden auf dem Tribünendach mehrere Flutlicht-LEDs montiert. Banden und Bandenwerbung werden wie bei der Haupttribüne in Eigenfrabrikation produziert. nach oben · Zur Baudokumentation »
BAUSTUFE V Flutlicht und ElektronikEtwa 40 cm hohe Gittermasten, die unseren Tivoli-Fluchtlichtmasten entsprechen gibt es nicht zu kaufen. Hier ist Eigenbau fällig: Aus Messingprofilen wird die Gitterstruktur nachgebaut. Kniffelig ist der Bau der Köpfe, denn die Modellbahn-Flutlichter haben meist nichts mit der Realität gemeinsam. Für unseren Mini Tivoli verwenden wir 3 mm LEDs, die mit Reflektoren ausgestattet werden, die in etwa den echten entsprechen. Diese werden auf einer Gitterstruktur aus Polystyrenprofilen befestigt, die Verkabelung wird hier fast ausschließlich mit Leitlack vorgenommen. Die Sockel des Fluchtlichts werden in Gießkeramik gegossen. Nun kann es an die Verkabelung des Stadions gehen. An jeder Seite soll es ein Schaltpult mit mehreren Optionen geben: An der Haupttribüne lässt sich das Flut- und Tribünenlicht an- und ausschalten, hinter dem WüWa lassen sich über Taster verschiedene Fangesänge abrufen. Hinter der überdachten Stehtribüne gibt es Knöpfe für Sound- und Pyro-Effekte sowie das Flutlicht auf dem Dach, während am Aachener Wall die Gesänge von Alemannen und Gästefans sowie die Videowand aktiviert werden können. Die Lautsprecher werden am Ende unter dem Dioramentisch in einem doppelten Boden untergebracht und zwar unter den jeweiligen Tribünenmodulen. nach oben · Zur Baudokumentation »
BAUSTUFE VI Um- und Aufgänge, VegetationDer Tivoli hat sich im Laufe der Jahrzehnte der Umgebung angepasst und ist heute von zahllosen Büschen und Laubbäumen umgeben. Die Um- und Aufgänge mit ihrem Grünsaum werden ebenfalls nachgebaut. Damit sich das Ensemble später leicht auf- und abbauen lässt, wird diese Stufe in 4 Modulen angelegt. Die Plattenstruktur der Wege wird in 3 mm Sperrholz graviert, die Aufgänge werden mit Treppenplatten aus dem Modellbahn-Geschäft gebaut. Zaunteile aus Metallgeflecht und originalgetreue Imbiss-Buden aus Polystyren runden das Ganze ab. Für Büsche und Baumlaub greife ich auf eine Methode zurück, die sich in jahrelanger Modellbaupraxis als die beste und preiswerteste herausgestellt hat: Aus dünner Stahlwolle werden die Formen zurechtgezupft. Danach wird mit der Airbrush dunkel grundiert, worauf gestoßener Oregano aufgestreut wird. Dann wird mit Haaspray fixiert, in verschiedenen Grünschattierungen gebrusht und fertig ist echt aussehendes Buschwerk. Für den Grasbewuchs verwende ich Statikgras aus dem Modellbahnladen. nach oben
Figuren und Spielfeld Während das Stadion entsteht, wird bereits mit dem Bemalen der Figuren begonnen. Es handelt sich dabei zumeist um unbemalte Preiser-Figuren, die mit Humbrol- und Revellfarben fußballtauglich gestaltet werden. Viele Figuren werden natürlich in schwarz-gelben Trikots und mit Fanschals erscheinen, Zylinder, Brautkleider und andere für den Tivoli eher untypische Kleidungsstücke können mit etwas Schleifen wirksam kaschiert werden. Für Fahnen und Doppelhalter verwende ich in Weißleim getränkte Papiertaschentücher oder bemalte Alufolie. Zum Figurenprojekt gehören natürlich auch die Spieler und das Spielfeld. Zwar gibt es diese fertig zu kaufen, doch ganz unproblematisch ist das nicht: Denn die meisten Miniatur-Fußballmannschaften bestehen aus 22 Spielern, die ausnahmslos in der Gegend herumgrätschen und schießen. Deshalb müssen hier Spieler aus mehreren Mannschaften ausgesucht werden, um eine normale Spielsituation nachzustellen. Was das Spielfeld betrifft, so gibt es zwar entsprechende Grasmatten im HO-Maßstab zu kaufen. Aber die gleichen eher einem dörflichen Kartoffelacker, denn einem gepflegten Stadionrasen der Bundesliga. Hier laufen derzeit noch Materialproben, im Bautagebuch wird darüber ausführlicher berichtet werden.
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